UN-Bericht

UN-Bericht

Weltweit brach große Empörung aus, als 2014 der UN Untersuchungsbericht zur Menschenrechtslage in Nordkorea veröffentlicht wurde. Die Untersuchungskommission hatte ein Jahr lang über 300 Zeugen befragt und das Ergebnis war schockierend. Wenn auch noch nicht einmal vollständig: Allein die Zeit hatte nicht genügt, um alle Aspekte der systematischen Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen.

Trotzdem blieb kein Zweifel, dass die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea derzeit „keine Entsprechung auf der Welt haben“. Folgende Punkte wurden ermittelt:

  • Verletzung des Rechts auf Nahrung
  • Sämtliche Menschenrechtsverletzungen in den Gefangenenlagern
  • Folter und unmenschliche Behandlung
  • Willkürliche Festnahme und Haft
  • Diskriminierung, insbesondere die systematische Verweigerung und Verletzung der grundlegenden Menschenrechte und Freiheiten
  • Verletzungen des Rechts auf Meinungsfreiheit
  • Verletzungen des Rechts auf Leben
  • Verletzungen des Rechts auf Freizügigkeit
  • Verschwindenlassen von Menschen, auch in Form von Entführungen von Menschen anderer Staaten

Die Ergebnisse des Berichtes sind, wie gesagt, nicht erschöpfend. Außergewöhnlich und schwer wieder zu vergessen sind vor allem die Schilderungen von Insassen wie Wärtern von Lagern für politische Gefangene.

 

„Da musste ich an die Bilder aus meiner Kindheit denken, daran, wie am Ende des Zweiten Weltkrieges die Konzentrationslager geöffnet wurden und wie wir danach dachten, etwas Derartiges könnte sich nicht wiederholen. Aber die Zeugenaussagen, die wir jetzt gesammelt haben zeigen, dass wir in den nordkoreanischen Lagern ganz ähnliche Szenen vorfinden würden.“

Hon. Michael Kirby, Vorsitzender der UN Untersuchungskommission zu Nordkorea

Zum Interview

Gelegentlich wird dieser Bericht auch kritisiert, i.d.R. von Vertretern Kubas, Venezuelas und natürlich Nordkoreas. Aber z.B. auch ein deutscher Professor für Nordkorea-Studien äußerte in einem Interview, der UN-Bericht sei unzuverlässig, da ja „die Zeugen gelogen hätten“. Das empfinden wir als eine interessante Wortwahl. Wahr ist, dass einer der Hauptzeugen in seiner Biografie einiges verändert hatte und diese unwahren Informationen auch gegenüber der UN Untersuchungskommission angegeben hatte. Um ein Beispiel zu nennen, er wurde nicht im Lager Nr. 14 geboren, sondern im Lager Nr. 18.

Zu diesem Sachverhalt der merkwürdigen Art Kritik an diesem Bericht noch zwei Anmerkungen von uns. Aufgedeckt wurden die nicht zutreffenden Aussagen dieses Zeugen von einem anderen Zeugen aus Nordkorea.

Einer irgendwie ethischen Einschätzung der Aussage o.g. Professors enthalten wir uns wegen Überflüssigkeit. Aber zu einer möglichen Motivation einer solchen Aussage sei erwähnt, dass das Regime in Pjöngjang keine Visa an Leute ausgibt, die Kritik an der Menschenrechtslage üben, was weiteres „regime-betreutes Forschen“ natürlich unmöglich machen würde.

Download des Berichtes bzw. der offiziellen Zusammenfassung auf Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Arabisch und Chinesisch über die Website des Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (OHCHR):

www.ohchr.org